Der Arsch
Was gibt es Wichtiges über deinen Arsch zu wissen? Nun, er kann eine Quelle grossen sexuellen Vergnügens sein. Je mehr du also weisst, umso grösser sind die Chancen, viel Spass zu haben. Doch natürlich kann der Arsch auch eine Quelle der Schmerzen sein. Der Arsch ist ein empfindliches Areal und kann leicht verletzt werden. Es ist aber auch nicht einfach, etwas über den Arsch zu erfahren, weil ganz offensichtlich ein grosser Teil davon versteckt und schwer zu sehen ist.
Das Verständnis über diesen Teil deiner Anatomie wird dazu führen, dass der Sex für dich und deinen Partner genussvoller wird. Dieses Wissen wird dir auch dabei helfen, Safer Sex zu praktizieren und zu wissen, wenn etwas nicht in Ordnung ist.
DIE GRUNDLAGEN
»Arsch« ist ein ziemlich allgemeiner Begriff, den Männer verwenden, um ganz verschiedene Dinge zu beschreiben. Es ist ein Begriff, den einige benutzen, um die grossen Gesässmuskeln - Gluteus maximus - zu benennen, die dem Hintern seine kugelige Form geben (oder auch nicht, wie es vorkommen kann!). Er kann auch den Anus (oder Arschloch) bezeichnen, also die ringförmige, aus Muskeln bestehende Öffnung, durch die du deinen Stuhl abführst. Bevor ich den Arsch näher beschreibe, ist es vielleicht eine gute Idee etwas weiter oben im Verdauungstrakt anzufangen, sodass du weisst, was es dort gibt.
Der Anus ist das Endstück des Verdauungs- oder Gastrointestinal-trakts, ein System von Röhren und anderen Organen, die die Nährstoffe der Nahrung extrahieren, die du zu dir nimmst. Wenn du Nahrung herunterschluckst, gehen diese durch die Speiseröhre oder Oesophagus in deinen Magen. Der Magen ist ein j-förmiges Organ, das bei der Verdauung der Nahrung eine Rolle spielt, indem dieser Enzyme hinzugefügt werden und sie durcheinander gewirbelt wird.
Nachdem sie einige Stunden in deinem Magen verweilt hat, verlagert sich die nun flüssige Nahrung in deinen Dünndarm. Die Röhren des Dünndarms messen nur 2,5 Zentimeter im Durchmesser, sind aber über 6 Meter lang. Während die flüssige Nahrung diese Röhren passiert, werden Nährstoffe und Flüssigkeiten entnommen und von deinem Körper absorbiert.
Das Ende des Dünndarms ist mit einer grösseren Röhre verbunden, die Dickdarm oder Colon genannt wird und sich hinauf, hinunter und quer durch deinen Unterleib zieht. Während sich die Nahrung durch den Dickdarm bewegt, wird ihr noch mehr Wasser entzogen, und sie wird zusehends fester. Schliesslich bleibt nur noch überwiegend unerwünschter Abfall übrig, der Stuhl genannt wird.
Der Endbereich des Dickdarms besteht aus dem Sigmoid oder Sigma-darm sowie dem Rektum. Sie sind durch einen Muskelring, Schliessmuskel genannt, voneinander getrennt, der als ein Ventil fungiert, das die Abfallstoffe oder den Stuhl daran hindert, sich weiterzubewegen. Der Schliessmuskel erlaubt dem Stuhl, sich anzusammeln, wenn sich der Schliessmuskel dann entspannt, tritt der Stuhl durch das Rektum aus.
Rektum, Analkanal und Anus
Das Sektum ist eine recht geräumige, s-förmige und circa 10 bis 13 Zentimeter lange Röhre. Es wird von Muskeln unterstützt, die rhythmisch kontrahieren, wenn du deine Gedärme öffnest. Die Wände des Rektums sind sehr dünn und beinhalten zahlreiche Blutgefässe, doch wenige Nervenenden, sodass du hier wenig Gefühl hast. Tatsächlich reagiert das Rektum nur empfindlich auf Dehnung. Es kann durch harten Sex, den Gebrauch von Spielzeugen oder durch Fisting verletzt werden und ist ein Bereich, wo sexuell übertragbare Infektionen und Viren, wie beispielsweise HIV, leicht in den Körper gelangen können, da die Schleimhäute von Natur aus sehr absorbierend sind - genau wie ein Schwamm. Da sie so absorbierend sind, fuhren sich viele Männer Drogen auf diese Art ein. Auch Medikamente können über das Rektum mittels einer grossen Tablette, die man Suppositorium oder Zäpfchen nennt, aufgenommen werden.
Der untere Teil des Rektums neigt sich nach vorn in Richtung deines Nabels. Danach beschreibt er eine rückwärts gewandte Krümmung, also in umgekehrte Richtung, auf dein Rückgrat zu. Die Krümmung wird durch einen Muskel, den Puborektalis-Muskel, verursacht, der sich an dieser Stelle des Rektums krümmt, um die puborektale Schlinge zu formen und das Rektum in einer Neigung von fast 90 Grad festhält. Dies dient dazu, den Stuhl sowie Gase im oberen Rektum zu halten. Gleichwohl kann er sich entspannen und das Rektum in eine fast gerade Position bringen, wenn du deine Gedärme entleerst und den Stuhl abführst.
Es ist wichtig, die Beschaffenheit dieser Krümmung zu kennen, denn es bedeutet, dass du - oder dein Partner - deinen bzw. seinen Penis entsprechend anwinkeln musst, wenn er in den Anus eingeführt wird. Beginne langsam, um den Muskelring vorsichtig aus dem Weg zu schieben, damit sich das Rektum gerade ausrichten kann. Du kannst auch Positionen wie zum Beispiel eine kauernde Stellung einnehmen, wodurch sich das Rektum automatisch gerade ausrichtet. Berücksichtigt man dies nicht, so wird deutlich, aus welchem Grund Analsex so schmerzhaft sein kann.
Der Puborektalis-Muskel ist einer der vielen Muskel, die deinen Beckenboden bilden. Sie stützen deine Blase und andere innere Organe und verhindern, dass diese in dein Becken herunterrutschen. Dies sind die Muskeln, die du anspannst und somit trainierst, sodass du festere Erektionen und einen intensiveren Orgasmus bekommen sowie deine Ladung weiter spritzen kannst - häufig als Beckenboden- oder Kegelübungen bezeichnet.
Unterhalb deines Rektums befindet sich ein Paar ringförmiger Schliessmuskeln, die deinen Anus bilden. Sie formen eine kurze Röhre, ungefähr 2,5 bis 4 Zentimeter lang, die Analkanal genannt wird und in sich zusammengefaltet und mit Polstern ausgestattet ist, welche empfindliche Blutgefässe beinhalten. Diese Blutgefässe können anschwellen und kleine Erhebungen bilden, die beim Abführen dann bluten können. Ganz am Ende des Rektums sitzen Drüsen, die den Analschleim produzieren und damit den Kanal befeuchten, um so das Abführen des Stuhls zu erleichtern.
Zusammen mit der aus Muskeln bestehenden rektalen Schlinge, die bereits oben beschrieben wurde, kontrollieren die beiden Schliessmuskeln sowohl »Ausgang« als »Eingang«. Sie verfügen jedoch über entscheidende Unterschiede, die du kennen musst.
Der äussere Schliessmuskel hält den Analkanal in Form. Es ist ein willkürlicher Muskel, den du - wie Arm-, Bein- oder Gesichtsmuskeln - bewusst bewegen kannst und bei dem du somit über eine gewisse Kontrolle verfügst. Du kannst ihn durch leichten Druck entspannen, wie wenn du deine Gedärme entleeren möchtest, oder du kannst ihn zusammenpressen, wie wenn du nicht auf die Toilette gehen oder furzen
möchtest.
Der innere Schliessmuskel ist ein anderer Muskeltyp, ein unwillkürlicher Muskel. Das heisst, dass du weniger direkte Kontrolle über ihn hast, weil er zu dem Teil deines Nervensystems gehört, das automatisch funktioniert.
Wenn es um Analsex geht, ist es wichtig, etwas über deine Schliessmuskeln zu wissen. Obwohl beide Muskeln die Fähigkeit haben, sich zu dehnen, kann der innere Schliessmuskel den Unterschied zwischen Stuhl und Penis nicht erkennen, sodass er sich von Natur aus spannt, wenn er im Inneren etwas wahrnimmt. Er wird sich entspannen, um den Stuhl herauszulassen oder einen Penis herein, aber du musst ungefähr 30 Sekunden warten, bevor du es geschehen lässt. Einen Penis oder ein Spielzeug in den Anus zu zwingen, löst beim internen Schliessmuskel Krämpfe aus, was sehr schmerzhaft ist.
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