Cruising
Bars und Clubs
Bars und Clubs sind die meist verbreiteten Orte, wo sich schwule Männer treffen. Je nach dem, wo du lebst, gibt es Bars für »Club Kids«, »Modebewusste«, »Muskeltypen«, für ältere Typen oder »Bären«, oder es gibt die ganz normale Schwulenkneipe an der Ecke, die für alle da ist. Wenn du neu in der Szene bist, kann das Betreten einer Bar ganz schön einschüchternd sein. Aber vergiss nicht, dass alle anderen auch nur ihr Vergnügen suchen.
Ein Drink kann dir helfen, dich zu entspannen und deinem Selbstvertrauen auf die Sprünge zu helfen. Doch trinkst du zu viel, ist es wahrscheinlicher, dass du die Kontrolle verlierst, ungeschützten Sex hast und dich so mit einer sexuell übertragbaren Krankheit einschliesslich HIV infizierst und sie weitergibst.
Für die meisten schwulen Männer geschieht das Cruisen in einer Kneipe oder einem Club instinktiv. Doch 20 Prozent der schwulen Männer sagen, dass sie Hilfe brauchen, um zu wissen, wie sie es am besten tun. Viele Schwule finden es schwierig, den ersten Schritt zu machen, oder sie wissen nicht, wie sie reagieren sollen, wenn sich jemand für sie interessiert.
Hier ist ein kleiner Schritt-für-Schritt-Ratgeber, der vielleicht helfen kann:
- Sich in die Nähe des Typen zu begeben, der dir gefällt, ist der erste Schritt und kann ihm signalisieren, dass du Interesse an ihm hast.
- Der nächste Schritt ist, ihn anzusehen. Nicht nur einfach hin- und dann wieder weggucken - ein solches Verhalten zeugt nicht von Interesse. Sieh länger hin, und wenn du kannst, lächle ihn an, bevor du dich wieder umdrehst. Behalt dein Lächeln für einen Moment bei, nachdem du dich abwendest - dies zeigt, dass du freundlich gesinnt und ansprechbar bist.
- Wenn er an dir interessiert ist, dann erwidert er deinen Blick.
- Wenn du ein Lächeln zurückbekommst, ist die erste Hürde genommen. Jetzt liegt es an dir - oder ihm - eine Unterhaltung zu beginnen. Übertreibe es an diesem Punkt nicht. Allgemeine und übliche Unterhaltungsfloskeln sind für gewöhnlich das Beste. Wenn ihr zusammenpasst, so zeigen sich für gewöhnlich gemeinsame Interessen oder irgendeine Verbindung.
Internet
Es ist nicht überraschend, dass das Internet auf Platz 2 der Treffpunkte steht. Die Bedeutung des Internet-Datings ist in den letzten Jahren sicher auch noch weiter angestiegen im Vergleich zu der oben angeführten Studie. Viele schwule Männer sind Mitglieder bei einem der bekannten schwulen Internetportale, und die meisten nutzen diese, um Sexpartner zu finden. Eine Untersuchung bei 15.000 schwulen Männern in England hat im Jahr 2005 ergeben, dass 60 Prozent ein Internetprofil hatten. Das Internet ermöglicht dir, Hunderte von Profilen anzusehen oder nach einem Mann in deiner Stadt, deinem Land oder der ganzen Welt zu suchen, ohne dass du vor die Tür gehen musst. Kein Wunder, dass es so beliebt ist!
Hier gibt es eine grosse Auswahl, doch Gayromeo.com und Gaydar.co.uk sind zweifellos die grössten Portale. Sich einzuloggen und ein Profil zu erstellen, ist ziemlich einfach - und entsprechend der von dir gewünschten Form der Mitgliedschaft zahlst du einen Mitgliedsbeitrag oder nicht. Aber pass auf, wenn du das Internet benutzt: Es kann süchtig machen. In einer Studie über Männer, die schwule Internetseiten nutzen, zeigte sich, dass 3 Prozent der Befragten danach süchtig waren, wenngleich es sich hier wahrscheinlich nicht um repräsentative Zahlen handelt.
Sei auch vorsichtig mit dem, was du siehst und hörst. Es wird behauptet, dass einige Männer falsche Bilder benutzen oder dass ihre Bilder nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben, und manche erfinden Dinge über sich selbst, sie machen sich zum Beispiel jünger oder geben vor, jemand zu sein, der sie nicht sind.
Wenn du dich mit jemandem triffst, ist es keine schlechte Idee, einen öffentlichen Ort für die erste Begegnung zu wählen, sodass ihr euch abchecken könnt und seht, ob die »Profile« zusammenpassen. Es ist auch nicht verkehrt, einem Freund zu sagen, wo man hingeht oder ihn zu bitten, dich kurz auf dem Handy anzurufen, sodass er weiss, dass alles okay mit dir ist.
Sauna, Saunen, Darkrooms und Sexclubs
Saunen, Darkrooms und Sexclubs werden von Männern aufgesucht, die explizit Sex suchen. Wie viele es in deiner Gegend gibt, hängt davon ab, wo du lebst, für gewöhnlich sind sie in Grossstädten weit verbreitet.
Schau dir die Kleinanzeigenseiten der Schwulenmagazine an, dort findest du eine Auflistung der Saunen. Die meisten funktionieren gleich: Du gehst rein, bezahlst, bekommst einen Spind zugeteilt, wo du deine Sachen einschliessen kannst, und ein Handtuch. Du kriegst schon bald mit, was hier abgeht, einfach indem du eine Runde drehst. Für gewöhnlich gibt es mehrere Saunen und Dampfbäder, oft eine Video-Lounge oder eine Reihe von Kabinen, die die Leute aufsuchen, um Sex zu haben. Doch es gibt auch bestimmte Verhaltensregeln. Es handelt sich dabei um Signale, die Interesse bedeuten. Du findest deinen oder deine Partner, indem du sie abcheckst oder einfach auf sie zugehst. Wenn ein Typ dich ansieht oder auf dich zukommt und du nicht interessiert bist, dann erwidere seinen Blick nicht, oder steh einfach auf und geh woanders hin. Das Gleiche gilt, wenn zwei Typen bereits miteinander beschäftigt sind. Wenn du versuchst, dich zu beteiligen, wirst du schnell merken, ob sie Interesse haben oder nicht.
Darkrooms sind ebenfalls sehr verbreitet. Das sind abgedunkelte Räume oder Gänge, durch die du hindurchgehst oder dich oft eher hindurchfühlst. Du brauchst schon einen guten Tastsinn, weil du nicht wirklich weisst, wen du da vor dir hast. Einige Typen bleiben vor dem Darkroom stehen, um zu sehen, wer hineingeht.
Sexclubs sind Darkrooms nicht unähnlich, doch sie sind spezialisierter und beispielsweise für Uniformtypen gedacht, oder es gibt andere Dresscodes wie Underwear oder Boots. Die meisten Sexclubs verfügen über Umkleideräume. Auch hier findest du in den meisten schwulen Magazinen Hinweise, um welche Art von Club es sich handelt. Oft gibt es einen Raum, wo Pornos laufen, sowie Kabinen, die man für Sex aufsuchen kann.
Kondome und Gleitmittel sind in der Regel kostenlos an solchen Orten zu erhalten, doch es ist immer ratsam, seine eigene Ausstattung mitzubringen. In einer Sauna empfiehlt es sich, ein paar Kondome unter das Armband mit dem Spindschlüssel zu stecken.
WENN CRUISING AUSSER KONTROLLE GERÄT
Schneller, anonymer Sex kann Teil eines gesunden Sexlebens sein, kann dich aber auch davon abhalten, tiefere und emotionalere Bindungen einzugehen. Cruising kann ausser Kontrolle geraten. Es kann sogar zu einer Sucht werden. Dennoch gibt es Wege, wie du lernen kannst, dein Verhalten zu verändern, und wenn du das Gefühl hast, dass Cruising für dich zu einem Problem geworden ist, suchst du dir besser Hilfe.
Cruisinggebiete und Klappen
Crusinggebiete und »Klappen« sind öffentliche Orte, an denen Männer andere Männer treffen, um Sex zu haben. In der Vergangenheit waren öffentliche Toiletten sehr beliebt, doch heute geht man eher in Parks. Ein Teil des Reizes, den Männer bei dieser Art von Sex verspüren, ist die latente Gefahr und das Risiko, entdeckt zu werden. Cruising spielt sich meist in der Nacht ab und trägt so zum Gefühl der Aufregung und des Unerwarteten bei.
Doch Cruisinggebiete und Klappen bergen nicht selten ein ernsthaftes Risiko. Viele schwule Männer werden überfallen, daher ist es ratsam, keine Wertsachen mitzunehmen.
Bevor du losziehst, hast du vielleicht ein paar Drinks intus, um etwas Selbstvertrauen zu gewinnen, oder du hast vielleicht auch Drogen genommen. Doch dies kann dazu führen, dass du Risiken bezüglich deiner Gesundheit eingehst, denen du dich sonst nicht aussetzen würdest. Ganz praktisch gesehen sind viele dieser Orte schlecht beleuchtet, und allein die Safer-Sex-Regeln einzuhalten, kann zu einem Problem werden.
Andere Treffpunkte
Ungefähr 10 Prozent der Schwulen treffen ihre Sexpartner an anderen Orten als hier erwähnt. Wir alle wissen, dass Schwule überall cruisen und sich begegnen - im Cafe, auf der Strasse, am Strand und im Supermarkt, um nur einige Orte zu nennen.
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